An der Supermarktkasse (Ein bisschen göttliche Gerechtigkeit und ganz viel meine Arroganz)

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Vorweg; dieser Artikel hier wird in vielen Punkten politisch inkorrekt werden! Aber der Hass muss manchmal raus und das muss in Schriftform möglich sein!

Man könnte ja glauben, ich stehe mehr an Supermarktkassen als in meinem Laden, aber Supermarktkassen sind für mich ein Ort der Besinnung, man steht eigentlich nur dumm herum, während man wartet, bis man seine Waren auf das Band legen kann und dann bis sie ganz nach vorne gefahren sind, dann wartete man, bis alles eingescannt ist und man zahlen darf. Und es ist im Allgemeinen ein Moment der Ruhe, so wie der gesamte Einkauf in einem Supermarkt; da ist seltenst jemand, der etwas von mir will, niemand, der mich hetzt, nur ab und zu mal jemand, den ich kenne(n) und grüße(n sollte). Da sind Leute, die sind mehr oder weniger nett zu mir, weil sie es von Berufs wegen sein müssen – Fleischereiverkäuferinnen, Kassierer und Kassiererinnen; kurz so ein Einkauf ist für mich eine Auszeit vom Alltag.

Und wenn ich an der Kasse anstehe, habe ich sogar noch Zeit ein bisschen umher zu schauen, die Gedanken schweifen zu lassen. O.K., seit die Schockbilder auf Zigarettenverpackungen Pflicht sind, ist das Regal an der Kasse nicht mehr ganz so attraktiv, obwohl ich die ganzen Sprüche und vor allem den Witz, leider nicht von mir, dass man als Raucher besser die Packung mit dem Spruch „Rauchen schadet den Menschen in Ihrer Umgebung“ kauft als all die anderen mit Sprüchen wie „Rauchen schädigt ihre Lunge“ oder „Rauchen verstopft ihre Arterien“, weil man ja nicht so blöd ist sich selbst zu schädigen, am Anfang ganz lustig fand.

Und so stehe ich auch heute wieder an der Kasse, direkt vor mir eine ältere Dame mit einem Einkaufskorb voller gesunder Sachen; Gemüse, Obst, Jogurthe und ein paar Backsachen. Davor steht eine etwas zu kurz – oder aber zu schwer- geratene unförmige junge Frau und ein schmächtiges Bürschlein, noch einen Kopf kleiner als die Unförmige, in diesen bewusst etwas zu groß wirkenden halblangen Hosen. Vielleicht sind es ja nur kurze Hosen, die ihm einfach zwei Nummern zu groß sind,  er sieht einfach bescheuert aus, aber er macht auf supercool und weil die unförmige Frau in für ihre fetten Beine viel zu kurzen Hosen und der Trägerbluse, aus der über der Hüfte teigige Wülste herausstehen, mit dem Rücken zu mir steht, ist erst mal nicht erkennbar, ob sie seine Mutter oder eine Gleichaltrige ist. Da die beiden aber bereits einen Sixpack Bier und knallig bunte, vermutlich bappig süße Weinmischgetränke auf dem Band liegen haben, spekuliere ich auf gleichaltrig und beginne mich zu ekeln.

Ja, man kann mir allerlei diskriminierende Vorurteile vorwerfen, in diesem Fall Lookism, also die Tatsache, dass ich aus dem äußeren Erscheinungsbild, also der Unförmigkeit der Frau und der schlechten Kleidungswahl ihres Begleiters kombiniert mit ihrem Einkauf auf geistige Unterentwicklung schließe. Ich nenne das aber gerne Erfahrungswerte und sehe auch nicht ein, dass ich mich in eine therapeutische Behandlung begeben müsste, weil ich bei solchen Anblicken sofort Abscheu empfinde. Und ich werde Sekunden später auch bestätigt, als mich plötzlich jemand von hinten links anrempelt; es ist eine weitere unförmige junge Frau, die zu den beiden gehört und noch mehr billigen Alkohol zur Kasse trägt. Sie hätte bequem rechts an mir vorbei gehen können, aber sie muss sich links an mir vorbeiquetschen, ihren fetten Körper  ohne ein Wort des Bedauerns oder gar einer Entschuldigung gegen mich rempeln, um dann rechts an der Frau vor mir vorbei zu ihren IQ-Genossen zu gelangen. Auch sie zeigt mehr von ihren teigigen Haut als einem normalen Betrachter lieb sein kann. Und beide stehe so unästhetisch breitbeinig  da, wie es fette Menschen eben tun müssen, damit sie nicht ob ihres ungünsigen Schwerpunktes umfallen. Und mit leicht X-förmigen fetten Beinen sieht das noch weniger appetitanregend aus.

Aber ich muss da ja nicht hinschauen und das Warten an der Kasse kann ein Moment der Besinnung sein, rede ich mir ein.

Kann.

Dummerweise gibt es fast immer jemanden, der stört. Also nicht allein durch Anwesenheit, sondern durch lautes Geplärre. Und nein, ich meine natürlich keine Kinder. Kindergeschrei kann auch nerven, aber man kann es Ihnen in den allermeisten Fällen nicht übel nehme, eben weil es Kinder sind.

Nein, es ist das Geplärre einer dicken alten Frau, die mit einem fett beladenen Einkaufswagen rechts an mir vorbei in Richtung der unbesetzten Kasse rechts im gleichen Durchgang fährt und plärrt: „Warum machen die denn keine zweite Kasse auf“. Sie wirkt im Gegensatz zu den beiden teigig fetten vor mir gepflegt, Aber allein die Arroganz, mit der sie an der ganzen Schlange vorbei fährt und erwartet, dass eine Kasse für sie geöffnet wird, macht sie mir genauso unsympathisch. Ich bin natürlich auch missgünstig und hoffe, dass wenn überhaupt eine der anderen Kassen (es gibt insgesamt vier) geöffnet wird und nicht ausgerechnet die , vor der die Alte jetzt wartet.

Vor mir geht es voran, nur noch drei Einkäufe vor mir, darunter das Trio Infernal, das in Jugendsprech dummes Zeug von sich gibt, sie reden wohl über irgendwelche Bekannte und verwenden dabei genau den Slang, den ich gerne als hinreichende bedingung für geistige Minderbemittlung unterstelle, ständig fallen Phrasen wie „Isch schwör!“ „voll krass, ey!“ und „Alder“, da wird doch genau die Kasse vor der die Alten wartet, wirklich geöffnet.

Sie kreischt durch den Markt „Ruth, komm her, die machen eine neue Kasse auf!“ während alles hinter ihr her zu der neu eröffneten Kasse stürmt. Auch der Typ hinter mir rennt hektisch hin, bietet der Dame vor mir aber noch an, sie vorzulassen, was diese aber dankend ablehnt. Mir bietet er das nicht an, obwohl ich deutlich weniger Waren habe, als die Dame. Ich finde ihn spontan unsympathisch und würde gerne den Männerbeauftragten des Marktes wegen dieser Diskriminierung sprechen, da fällt mir auf, dass dort, wo ich noch vor zwei Minuten einen Ort der Besinnung wähnte, auf einmal fast nur noch Unsympathen um mich herum stehen.

Während dessen schleppt auch Ruth noch eine Hand voll Einkäufe an und schmeißt die in den Wagen der dicken Alten, die gerade an der neu eröffneten Kasse bis ganz nach vorne gefahren ist und hektisch anfängt ein paar Waren aus dem fett beladenen Wagen auf das Band zu werfen, bevor Ruth meint „Lass mich zuerst bezahlen, ich hab weniger“ worauf die Dicke ihre Sachen wieder zurück in den Einkaufswagen legt und Ruth ihre Sachen herausräumt. Dummerweise hat der schleimige Kriecher seine Waren ebenfalls schon auf das Warenband gelegt und der verbliebene freie Platz reicht nun nicht einmal für Ruths Einkäufe, also stehen die beiden Schateken nun mit ihrem fett beladenen Einkaufswagen an der Kasse und Ruth reicht der Kassiererin ihre Einkäufe Stück für Stück mühevoll über den Wagen, der natürlich genau vor der Kasse platziert ist, während die Dicke etwas planlos wie es scheint die Waren im Einkaufswagen „sortiert“.

Ich kann nicht widerstehen „Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie die Leute, die am lautetsten nach einer neuen Kasse geschrien haben, weil es ihnen nicht schnell genug ging, dann den ganzen Betrieb aufhalten, weil sie zu dumm sind, ihre Waren richtig auf das Band zu legen.“

Die Reaktion ist wie erwartet, die meisten Leute reagieren gar nicht, einige weil es Ihnen egal ist, andere, weil sei wohl denken, dass ich Recht habe, sich das aber nie zu sagen trauen würden, nur die beiden Schateken funkeln mich böse an, haben aber schlicht keine Zeit, sich mit mir anzulegen, weil sie ja hektisch ihre Waren sortieren und der Kassiererin anreichen müssen.

Während dessen sind auf meiner Seite die Dummbeutel dran, sie zahlen natürlich getrennt und weil sie nur Alkohol kaufen, müssen Sie natürlich ihren Ausweis vorzeigen, zuerst der supercoole  Zwerg, der damit wohl nicht gerechnet hat und fragt, ob auch ein Führerschein ginge. Den kramt er dann auch umständlich aus der Hose und zeigt ihn vor. Wenn ich nicht schon die beiden Alten beleidigt hätte, würde ich jetzt gerne zur Kassiererin rufen, „Machen Sie ich doch nicht die Mühe, da kann doch auch mit Alkohol nichts mehr kaputt gehen. Schauen Sie sich die Gestalten doch mal an“ Lookism in seiner ganz bösen Form. Aber wie gesagt, ich muss es nicht übertreiben und bei mir im Laden würde ich so ein Verhalten zugegeben wohl auch nicht akzeptieren.

Die beiden Fetten haben auch keine Ausweise dabei, aber die Kassiererin gibt sich damit zufrieden, dass der Zwerg erneut auf seinen Führerschein verweist.

Derweil hat Ruth es tatsächlich an der anderen Kasse geschafft alle ihre Einkäufe auszusortieren, die Kassiererin nennt ihr den Endbetrag, während sie tatsächlich anfängt, ihre Waren wieder in den Einkaufswagen zu legen, in dem ja die noch unbezahlten Waren der Dicken liegen. Ich greife mir innerlich an den Kopf und bedauere die arme Kassiererin, die den ganzen Scheiß mitmachen muss. Ruth reicht der Kassiererin Geld hin, während die Dicke wieder Waren auf das kleine freie Stück auf dem Warenband wirft.

Inzwischen hat die Dame vor mir auch schon bezahlt und ich bin dran, da hör ich hinter mir, wie die Kassiererin der anderen Kasse ruft,“Oh, was ist denn jetzt passiert?“ und drehe mich um. Die Kassiererin ist aufgestanden und schaut die Kassenanzeige ungläubig an und meint“ Die ist ausgegangen“ ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen und schenke dieses hämische Grinsen auch dem Schleimer, der seit gut fünf Minuten neben einem mit seinen Waren vollgepackten Band steht, das sich keinen Zentimeter bewegt hat. Er wirkt leicht genervt. Ich gönn ihm das.

Meine Kassiererin sagt derweil „Sieben Euro achtunddreissig“ und ich sage vernehmlich „Oh, das ist mein Aufruf, ich glaub, dann bin ich durch“ während die Kassiererin gegenüber noch ruft.  „Kann mir jemand helfen, die Kasse ist ausgegangen und ich weiß nicht, wie ich sie wieder ankriege!“

Ich bezahle, während weiter hinten hektisches Umrangieren beginnt, da es absehbar ist, das an der anderen Kasse erst mal nichts mehr gehen wird.

Dann greife ich meine fünf Artikel und gehe einen Schritt zum Ausgang hin, bevor ich mich zu dem Schleimer hinter den beiden Schateken umdrehe und wie Raj Kootrapalli aufplustere und meine „Bis später, Lutscher!“.

Das war natürlich extrem ungerecht, weil man stelle sich vor, er hätte mcih vorgelassen!

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