Playing Savage: Bigger

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Beim Stöbern in den Neuerscheinungen der nächsten Wochen, bin ich heute über eine Platte aus Österreich gestolpert; Playing Savage: Wild (erscheint am 21.10. bei Seayourecords)

Pressetexte enthalten im Allgemeinen ja immer das gleiche Geschwätz davon, wie großartig die Platte ist, wer da alles mitgemacht hat und weil man die Leute im Allgemeinen nicht kennt, wird dann auch gleich in Klammern nachgereicht, wem die mal auf dem Flur einer Plattenfirma begegnet sind, um sie gewichtiger erscheinen zu lassen. Und so startet auch das Presseinfo zu Playing Savage vom Vertrieb GoodtoGo mit den Worten:

„Playing Savage ist die Band der jungen Singer/Songwriterin Savage. Die klassisch ausgebildete Musikerin ist aus den USA nach Wien gezogen, um ihr Studium abzuschließen, war jedoch bald zu ’savage‘ für die Klassikszene. Also tat sie sich mit Lukas Hillebrand, dem Produzenten von Julian Le Play, zusammen. Ihr Song „Leya“ (performed von Thorsteinn Einarsson) wurde prompt mit dem Amadeus Austrian Music Award für bestes Songwriting des Jahres 2015 ausgezeichnet. Darüber hinaus arbeitete Savage mit anderen österreichischen Künstlern wie Christina Klug (Luttenberger*Klug) oder Lia Weller (Wer singt für Österreich?, ORF)“

Ja, wer die hier aufgezählten Namen alle kennt, oder wenigstens zwei davon, der darf sich schon zu den Insidern der Branche zählen, vermute ich. Vielleicht sind die Leute ja in Österreich sogar bekannt, aber wen kümmert das dann. Weil das Cover halbwegs interessant aussah und „Alternative“ als Musikstil angegeben wurde und ich solche Texte wie den oben zitierten sowieso nur noch querlese, las ich auch noch den Rest des Promotextes und hatte dabei das seltene Glück, sogar ein paar interessante Worte zu der Musik zu finden:

„Bald darauf wurde Playing Savage gegründet, die moderne Variante einer schmutzigen Siebzigerjahre Funk-Rock-Band, angeführt von einer Sängerin mit verrauchter Stimme (Janis Joplin trifft Amy Winehouse), begleitet von einer verrückten Truppe gleichgesinnter, junger Wilder. Die Qualität des Songwritings hat die Aufmerksamkeit von Wanda-Produzent Paul Gallister auf sich gezogen und die beiden veranlasst, an Playing Savages Debüt-Album zu arbeiten.“

„Janis Joplin trifft Amy Winehouse“, ja auch solche hochtrabenden Vergleiche liest man in quasi jedem Promoinfo, aber bei den Namen kann ich halt nicht anders, ich muss mir eine Hörprobe suchen und finde die Vorabsingle „Bigger“. Und was soll ich sagen? Die Nummer startet mit einem funky Bass zu knackigem Schlagzeug, dazu ein paar Gitarren-Single Notes und E-Piano-Akkorde und das alles erinnert mich an grandiose 70er Nummern wie Stretchs „Why did ya do it“ oder „Couldn’t get it right“ der Climax Blues Band, auch wenn „Bigger“ etwas gemächlicher daher kommt. Und dann setzt noch diese rauchige Stimme von Noa Ben-Gur (alias Savage geboren in Israel) ein, die zu keinem Zeitpunkt an Janis Joplin und nur ganz entfernt an Amy Winehouse erinnert, aber in Kombination mit dem Funkgroove und den bläserartigen Synthieflächen ergibt das dann „Ruin Porn trifft verruchten Funk“ (Zitat TheGap.at). Und der ist so gut, dass ich die Nummer, die weitgehnd schnörkellos daherkommt und schon nach guten drei Minuten wieder vorbei ist, heute schon ein Dutzendmal gehört habe, dieser 70er Bass, diese leichte Arroganz in der Stimme und die Gitarrenfills sind einfach großartig.

Playing Savage kündigen im Text ja an, dass sie im Gegensatz zu vielen Großmäulern auch liefern können, das wird sich dann am 21.10. zeigen; die restlichen Hörproben, die ich zu dem Album gefunden habe, können die Klasse von „Bigger“ erst mal nicht halten, aber ein solides Funk-Album wird es auf jeden Fall zu sein und mal sehen, wie die Titel dann in Gänze klingen, ein paar ziemlich vielversprechende sind auf jeden Fall noch dabei.

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