Ein paar ältere Facebook-Beiträge (2011)

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27.02.2011

„Sie wissen ja wie das ist“ ist meistens der klägliche Versuch, dem anderen die eigene Unfähigkeit zu unterstellen.

Und wenn der Tag mit einem Volltrottel angfängt, der mir 150 Leerhüllen für LPs mit Mittelloch zurückgeben will, weil ihm das Mitteloch 0,5 cm zu groß ist, dann muss ich kotzen; im Angebot steht kein Maß für das Mittellloch und er hat auch nie erwähnt, dass er das Loch gerne exakt 10 cm breit hätte (warum auch immer). Ich hatte ihm das Zeug fast zum Selbstkostenpreis besorgt und nun stellt der …… sich da hin und meint „ich stell mir das so vor, wir packen das alles wieder ein und Du schickst das zurück, weil das nicht einwandfrei ist!“

01.03.2011:

Wenn die Vermieter eine fette Nebenkostenrückzahlung vorbeibringen und mitteilen, dass die Wohnung über dem Laden bald wieder frei wird, dann ist das ein FEIERTAG!

Oben wohnt der Typ, der mich als ich abends nach nem Konzert in Bensheim kurz nach 22.00 Uhr im Treppenhaus abpasst, um mich anzupöbeln, ob ich so nen Krach machen müsste (obwohl ich nur zwei Türen auf und zugemacht hatte und das auch nicht laut).

Er und sein Trulla haben ’nem Anwalt sinnlos Geld in den Rachen geworfen, um nen ebenso sinnlosen Brief zu schreiben, in dem sie sich über die laute Musik in meinem Geschäft beklagten.

Der Typ ist mal unter dem Vorwand sich ’ne CD kaufen zu wollen zu mir in den Laden gekommen, hat diese CD dann 5 Minuten angehört, um (wie sich hinterher herausstellte) mal zu prüfen, wie laut die Musik bei mir im Laden ist, was er dann später mit „das ist ja wirklich nicht so laut hier“ beurteilte und dann trotzdem ’nen Anwalt einzuschalten.

Anwalt hat natürlich gar nichts bewirken können, aber natürlich gekostet (nicht mich, sondern die Vermieter und entweder die Mieter oben oder deren Rechtsschutz)

Und immer wenn das Kind oben schreit, denk ich „Du kannst schreien so lange Du willst, Du kriegst keine anderen Eltern, du armer Wurm!“

 

08.04.2011:

Vorhin kam mir ein komischer Gedanke:

Selbst wenn ich im Leben alles richtig gemacht hätte (und ich denke, das hab ich nicht!), säße ich heute wohl trotzdem in diesem Plattenladen. Also hab ich vielleicht einfach alles richtig gemacht?!

 

12.05.2011:

Es gibt Leute, die sind so dumm, das kann’s doch gar nicht geben….

Also heute ist’s extrem schlimm:

Nummer eins: Der Idiot fragt mich in schlechtem Deutsch nach Amy Winehouse, was die kostet und ist ja auch alles ganz unverbindlich und wo die steht und steht dann dumm rum, bevor er noch fragt, ob die CD dann auch so schön bunt ist, wie die Platte im Schaufenster, denn er wollte sie hauptsächlich wegen der Grafik. Ich hab aber keine Amy-LP im Schaufenster und frag mich schon, was der meint, da seh ich die Cream-Picture-Disc aus der „Back to Black“-Serie liegen. Duh!

Nummer zwei: Kommt rein, geht einmal im Laden auf und ab und fragt dann ob’s in der Nähe eine Saturn gibt. Der hat den Schuß dann aber gehört…

Nummer drei: Offensichtlich geistig etwas zurückgeblieben, kenn ihn auch schon, kommt selten und hat keinen Anlass zu glauben, dass ich ihn sympathisch finde (aber ich bin halt immer erst mal freundlich zu den Leuten), will aber heute mit mir über Schönheits-OPs, Botox, dass er nicht versteht wieso, Promi-Dinner, Männlichkeit und seine persönlichen Narben sprechen….. ich will aber nicht, brauch aber 10 Minuten um ihm das durch die Blume klar zu machen! Hatte wahrscheinlich Glück, dass er zur Tafel will und deshalb nicht unbegrenzt Zeit hat.

Nummer vier hat auf sich warten lassen, aber da war er: Kommt rein ohne zu grüßen, auf meinen Gruß hin, grüßt er die Wand gegenüber, blättert ein bisschen durch die CDs und geht dann ohne Gruß raus.

Besser gesagt, er will gehen. Aber nicht heute! Ich bin in Stimmung für Standpauke!

Er will ja eigentlich auch nichts von mir mitgegeben haben, aber nachdem ich insistiere, kommt er nochmal rein und kriegt die Erläuterung, dass Verkäufer keine Bedienautomaten sind. Zumindest nicht hier! Und ich sag ihm das scheiße höflich, auch wenn ihr’s mir nicht glaubt!

 

28.06.2011:

Frage des Tages:

Entschudligen Sie, haben die die Fanadresse vom Heino? Ich hab ein Lied geschrieben, das soll der Heino singen, ich bin nämlich ein Songwriter!

Er spricht mir den Text auch noch vor, aber da befinde ich mich im Geiste schon auf rollend und lachend auf dem Boden!

Der gleiche Typ 5 Minuten später:

Darf ich Sie mal was fragen? Haben Sie mal Ihren Stundenlohn ausgerechnet?

 

01.07.2011:

Leider ist dieser Text, der einen genial lustigen Geistesblitz beinhaltet, in Deinem Land nicht verfügbar, da die Musikgarage Bensheim die Rechte daran nicht eingeräumt hat.

 

26.07.2011:

Das Telefon klingelt, (nein es kommt keine neue Herr K.-Geschichte, der hat sich lange nicht gemeldet!)

„Musikgarage, Dominik Engel, hallo!“

Eine Stimme irgendwo zwischen Kind und und junger Frau meldet sich, allerdings nicht mit Namen

„Ja hallo, ich wollte mal was fragen“ sie klingt hektisch und nervös und ich denke, die Stimme klingt irgendwie wie… und es fällt mir noch nicht ein.

„Ja?!“ gebe ich der Stimme einen Schubs

„Ja, ich hab da ne CD für mein Vater gekauft und das war ned die richtige, ich hab die dem geschenkt und da wollte ich mal fragen, weil  der hat die einmal angehört und das ist ned die richtige, deshalb wolt ich mal fragen, ob man die zurückgeben kann!“

Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, zumal es mich immer anpisst, wenn sie die Leute nicht mit Namen melden. Aber man will ja kundenfreundlich bleiben. An wen erinnert mich dei Stimme bloss?

„Wann haben Sie die CD denn gekauft?“ will ich darum wissen

„Das weiß ich nicht mehr so genau“

Das klingt ja schon verdächtig, aber ich will der Stimme wenigstens eine Chance geben, immer noch diesen bescheuerten Gedanken im Hinterkopf, noch kundenfreundlich zu bleiben

„Ja, wann denn so ungefähr!?“

„Ah ja, so letztes Jahr!“Ja ganz ehrlich, an so einer Antwort schluckt man Ende Juli schon mal und plötzlich, weiß man, woher die Stimme einem bekannt vorkommt, der kleine Nils aus dem Radio mit seinen völlig verblödeten Telefonstreichen klingt so. Aber ich bleibe mal einfach ernst. Der Vorteil wenn man so uncool und und unspontan wie ich ist, liegt darin, dass man einfach ernst belibt und dem gegenüber damit den Spaß nimmt.

„Das ist jetzt nicht ihr Ernst, oder?“ Frag ich. Es kommt keine Antwort.

„Also mal ganz ehrlich, wenn das jetzt letzte Woche gewesen wäre oder von mir aus auch vor zwei oder drei Wochen, da hättenw ir ja nochmal drüber reden können, aber mal im Ernst, Sie haben die CD jetzt fast ein Jahr und da fällt Ihnen plötzlich auf, dass es ned die richtige ist. Das kann ja wohl nicht wirklich Ihr Ernst sein, oder?

Eine Antwort kriege ich keine mehr, der oder die gegenüber hat einfach aufgelegt. Ich muss mir angewöhne, bevor ich zur Sache komme,iienfach nochmal zu fragen „Entschuldigung, ich hab Ihren Namen nicht verstanden“

Ja, ich glaube ja nicht wirklich, dass das irgendso ein bescheuerter Radio-Gag war und selbst wenn, war ich sicher nicht komisch genug, dass es gesedent wird, aber sollte mich doch mal jemand im Radio hören, bitte Bescheid geben!

 

20.09.2011:

Aus dem Langenscheidt Erstkunde – Einzelhandelsverkäufer:

Erstkunde: „Ich hab gedacht, da kann ich ja den lokalen Einzelhandel unterstützen“ (alternativ: „Ich kauf eigentlich viel lieber in so kleinen Geschäften!“

heißt übersetzt für den Einzelhandelsverkäufer:
„Im Internet ist das, was ich suche schweineteuer“ / „Ich hab das was ich suche im Internet nicht gefunden“

 

22.09.2011:

Aus dem Langenscheidt Erstkunde – Einzelhandelsverkäufer:

Erstkunde: „Ich hab nare emol a froch!“ (Häufig betont cool vorgetragen)

heißt übersetzt für den Einzelhändler: „Ich bin zu blöd mir das selbst im Internet rauszususchen und hätte gern, dass Sie das für mich tun, wenn Sie’s nicht vielleicht sogar wissen, aber bezahlen will ich nix!“

Das ist übrigens deutlich von „Ich habe nur einmal eine Frage“ zu unterscheiden! Das bedeutet nämlich meistens wirklich „Ich hab nur einmal eine Frage“

 

05.10.2011:

Einer meiner absoluten Lieblingssätze lautet ja:

„Guten Tach, ich hab nur mal ne Frage“ weil da meistens nur Aufwand und nix weiter nachkommt.

Die heutige Ausgabe:

„Guten Tach, ich hab nur mal ne Frage. Mein Sohn der hat da so ein Ding geschenkt kriegt, so ’ne Trommel“, Sie macht eine Geste mit den Händen, die die Größe der Trommel verbildlichen soll, wohl mehr ein Trömmmelchen, „so ein Ding, das man zwischen die Beine nimmt und dann mit den Händen drauf trommelt“ Wieder darstellende Gesten.

Ich schaue schon etwas fragend, habe aber noch die Hoffnung, dass Sie nun wenigstens fragt, ob ich so Musik auf CD da habe, aber es kommt wie’s kommen musste: „Jetzt ist oben das Fell gerissen und ich wollte fragen, ob man das reparieren kann?“

Bevor ich antworte schaue ich nochmal demonstrativ durch den Laden, einfach nur, weil ich irgendein Indiz suche, das jemanden dazu bewegt, ausgerechnet mit diese Frage zu stellen.

Aber ich bleibe höflich und erwähne mit einer in den Laden weisenden Geste, dass dies ein CD-Geschäft ist und ich sicher bin, dass man sowas machen kann, aber ich keine Ahnung habe, wo. Nach eigenem Bekunden hatte es die Dame nicht so mit CDs. Aber auch die Frage, wieso Sie dann zu mir gekommen ist, habe ich mir heute einfach mal verkniffen.

 

06.10.2011:

Als ich heute morgen Steely Dan unter „D“ einsortiert fand hab ich noch gedacht: „Schreib nix, die Leute, die dir ab und zu mal was wegsortieren, regen sich dann nur wieder auf“, aber als ich eben Hot Chocolate und „C“ entdecke, ist es mit meiner Zurückhaltung vorbei.

Seit wann sind denn Steely und Hot Vornamen?

 

07.10.2011:

Verdammt!

Ich brauch die Kamera hier!

Henning und M. wollen jetzt jede Woche kommen….

M. hat mit 5 angefangen zu arbeiten, Spritzgußformen zusammen mit Mama und den Brüdern…. mit 8 hat er angefangen Hasen zu züchten….. mit 10 hat er seine erste Legehenne gekriegt….. Er kriegt jeden Monat zusätzlich zur Rente 500 Euro Taschengeld von seiner Frau…. er hat ja schon mal gemeint, „Roswitha geb mer doch 700 Euro“, aber da hat sie nur gesagt, „Wenn Du anfängst zu meckern, kriegst Du nur noch 300″…….“Und du hast auch keine Ahnung, wie teuer das ist, wenn man sieben Frauen hat“ „Na ja, wenn die einem alle 500 Euro Taschengeld geben“…… „Es geht mich zwar nix an, aber darf ich Dir mal ne Frage stellen?“ „Stellen darfste“ „Was zahlst Du denn hier an Miete?“ „Das geht Dich wirklich nix an“ „Na ja, was werd die Scheißbud hier kosten?“ „Wie bitte?“ „Na ja, was werd die klo Bud hier kosten? Mit 300 Euro werschte ned hikumme“……. „De Henning un ich, mer hawe jetzt e Abmachung, mer kumme norre noch am End vum Monat, weil dann wees er, was er an Geld ibrisch hod“

(ein paar Tage später) De Henning un ich, mer kumme jetzt sowieso jedi Woch.

Mehr krieg ich auf die Schnelle nicht mehr zusammen…

Ich brauch die Kamera!!!!

 

 

10.10.2011:

Du weißt, dass Du ein verdammt gutes-CD-Geschäft betreibst, wenn (mehrere) Leute aus der CD-Abteilung eines Blöd-Marktes bei Dir CDs kaufen!

 

18.10.2011:

Faszinosum Frauen:

Mann kann Ihnen minutenlang (oder sogar länger) von einer CD vorschwärmen, Ihnen erklären, was der Interpret alles vorher schon gemacht hat, welche Aliase er noch hatte, in welcher Band er gespielt hat, am nächsten Tag weiß die Frau nur noch, dass die CD rosa war!

 

02.11.2011:

Meinen Tag gerettet hat heute die Tatsache, dass ich schon 100 Meter vor dem Kreisel am Ortsausgang Bensheim Richtung Heppenheim gesehen habe, dass die Autos von Heppenheim Innenstadt bis zu diesem Kreisel (also ca 5 km) Stoßstange an Stoßstange standen.

Und dass ich mit dem Fahrrad unterwegs war und auf dem Radweg bis zum Postknoten mehrere Hundert Autos überholen konnte.

Es sind die einfachen Dinge im Leben, die ein schlichtes Gemüt wie das meine erfreuen können.

 

19.11.2011:

20 Jahre nach meinem Studi-Job in der Telefonzentrale des Krankenhauses hat mir heute endlich mal wieder eine Kundin gesagt, was für eine tolle Telefonstimme ich habe.

Mein Tag ist gerettet!!

   Aha, und ich dachte immer, Du hättest einen CD-Laden…

 

05.12.2011:

Kundin kommt rein, grüßt und fragt:

„Ich habe neulich im Radio gehört, dass es eine neue CD von Udo gibt….“  Ich denke an diese Lindenberg-Unplugged-CD, aber sie spricht weiter „… auf der er die Weihnachstgeschichte liest.“

Nun schaue ich erstaunt und frage „Udo Lindenberg?“

Sie sagt „Ja!“

Ich wieder: „Die Weihnachtsgeschichte?“ während ich schon im Computer danach suche.

Sie schaut erfreut „Ja genau“

Ich: „Hmm, davon hab ich noch nie gehört und find ich hier im Computer auch nicht!“

Kundin:“Ja ich hab das auch erst gestern im Radio gehört und da hab ich gedacht, ‚Na, Udo und die Weihnachstgeschichte, da weiß man ja was einem erwartet'“ Und sie schaut wieder richtig glücklich bei dem Gedanken daran.

Aber ich kann mal wieder nicht widerstehen: „Na ja, man wird halt die Hälfte nicht verstehen, weil der Typ immer so manieriert und obercool nuschelt“

Na, ja, sie gibt mir trotzdem den Auftrag, das zu besorgen, aber das gibt’s nur im Buchhandel….

 

13.12.2011:

Die Panne-Kundin des Tages:

Kommt rein und sieht schon aus, als hätte man ihr erzählt, dass ich keine Kinder fresse. Ich grüße, sie grüßt und fragt: „Haben sie was von Pitbull?“

„Nein tut mir Leid“ (ja, das mit dem „Leid tun“ ist gelogen, aber das sagt man aus Höflichkeit so) „da hab ich nichts vorrätig“

Jetzt guckt sie noch unsicherer, als ob Sie gleich in die Hose machen würde und nach einer Denkpause fragt sie dann

„Und wie lange würde das dauern, wenn Sie das bestellen“

„Na ja, das kommt drauf an, welche es sein soll“

O.K. jetzt ist der letzte Rest an Widerstandskraft in ihr aufgebraucht, der Fluchtreflex gewinnt die Überhand: „Ja das isses ja, da guck ich dann doch nochmal woanders“

Es würde mich ja interessieren, ob sie woanders findet, wovon sie nicht weiß, was es ist, aber ich hab genug wichtigeres zu tun, als mich länger damit abzugeben wie es dauert, diese Notiz zu schreiben

 

 

P.S.: Ja, ich weiß, solche Leute, wollen, dass ich Ihnen (irgend)was verkaufe, aber ich will keine Willenlos-Kundschaft, sondern Leute, die ein Mindestmaß an Eigenständigkeit mit sich bringen. ich will mündige Kunden!

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