Ein paar ältere Facebook-Beiträge (2015 folgende)

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04.04.2015:

Auch wenn ich auf die 50 zugehe, die Abschiedsfloskel „Vadder, mach’s gut“ wird hier zukünftig nicht mehr akzeptiert!

Auch dann nicht, wenn man hier was kauft, nachdem man mir fünf Minuten vorschwärmt, wie geil es ist, dass ich das Gesuchte da habe und mir dabei (um 14.00 Uhr) eine derbe Alkoholfahne in’s Gesicht geblasen hat, dass ich fast auch betüddelt bin.

 

24.04.2015

Frage des Tages:

Ein älterer Herr kommt etwas zögerlich in den Laden,

„ich habe nur mal eine Frage“

regelmäßige Leser wissen, dass ich nach diesem Klassiker als Einleitung schon mal auf Zynismus-Modus umstelle.

„Ja bitte“
„Haben Sie noch so ein Gerät zum Abspielen von Schallplatten“
„Hier nicht, aber zu Hause natürlich schon!“

„Ja schade!“ er wirkt etwas unschlüssig und ich wüsste auch nicht, was ich jetzt weiter sagen soll, da wendet er sich den Worten
„Ich hab zu Hause noch einen Stapel Schallplatten, die würde ich ja verschenken, aber vorher wollte ich mir die nochmal anhören“
zum Gehen und ich frage mich, ob er meinte, was ich denke, dass er meinte

 

25.04.2015:

Verdammt was hab ich verbrochen, dass lauter solche Typen hier bei mir aufschlagen?

Eine leicht abgerissene Gestalt kommt rein, er fragt:

„Do you speak english?“ worauf ich standardmäßig erwidere „Just a Little“

Er. „Ah, just a Little“ Dann setzt er an „Can you help me, I need a Job, have you got some work for me“

Ich: „No Sorry“ und mache dazu mein erstaunt bedauerndes Gesicht

Darauf er:“Or do you know someone, who can have a job for me?“

Darauf schau ich ihn mal ernsthaft an und frage ihn noch auf englisch: „Are you playing a joke on me?“ Er schaut mich an und fragt noch frech „Why“ worauf ich immer noch in englisch frage „Because this is no good english, that you’re speaking“ (und ich darf da etwas holprig sprechen, ich gebe nicht vor Engländer zu sein!)

Aber er gibt noch nicht auf und sagt „I’m from America, there is another english than in England“ Jetzt muss ich fast schon lachen,, denn auch seine Aussprache hat einen klar deutschen Akzent, meine aber nur „Was ein Blödsinn“, darauf er „Doch!“, ich lache dann doch laut und wieder hole „Doch!“

Aber er wird echt dreist und meint „I was born in Germany, I understand german“, worauf ich nur meine „Also Mann ich hab keine Zeit und keine Lust für so dummes Zeug, mach dass Du raus kommst“ worauf er nochmal in seinem Englisch irgendwas daher blubbert, bevor ich ihm unmissverständlich zu verstehen gebe, dass seine 5 Minuten Musikgaragen-Ruhm jetzt vorbei sind und er sich trollt..

 

07.05.2016:

Wenn ein Dir unbekannter Typ in Deinen Laden kommt, jung dynamisch (etwas seltener ist das Exemplar, etwas abgerissen und mürrisch) und er hat irgendwas (Ordner oder Päckchen) unter dem Arm und begrüßt Dich mir den Worten:
„Das ist ja ein cooler Laden“
Dann ist die automatisierte Antwort „Und was wollen Sie mir verkaufen?“ in 99,9% der Fällen die einzig Richtige

Heute hätte ich ein Messerset, beschichtet, kriegen können (heute mal nicht, weil es auf dem Lieferschein nicht vermerkt ist, sondern, weil es ihm sein Chef geschenkt hat), Mein bestimmtes „Brauch ich nicht!“ beantwortet er wirrer Weise mit „Kostet nur 20.-“ worauf ich auch noch den Klassiker „Warum soll ich 20.- Euro für etwas ausgeben, das ich nicht brauchen kann?“ hinterher schicken kann.

 

07.05.2016:

Die Sonne treibt sie alle in die Stadt?!

Eine Frau, wohl Anfang 20 kommt rein, sie fragt

„Hallo, haben Sie Karten fürs Rex?“
„Ja!“
„und was kosten die?“
„Welche Veranstaltung denn“
„Das Rex“ (Hier stutze ich zum erste Mal, bleibe aber natürlich höflich)
„Schon klar, aber welche Veranstaltung?“
„Hier nebendran“ (Innerlich seufze ich !)
„Das habe ich schon verstanden, aber es kommt drauf an, welche Veranstaltung das ist, die kosten unterschiedlich viel“
„Ah die wo ich eben das Plakat gesehen habe!“ Ich gebe Innerlich auf, aber ich glaube auch bei ihr erscheint irgendwo Licht am Ende des Tunnels, denn sie sagt
„Das hab ich mir nicht gemerkt“ und trollt sich.

Ich glaube Homer Simpson macht hier „Doh“?!

 

12.06.2015:

Frage: „Habt ihr Alben von heute?“
Antwort: „Nein, tut mir Leid, die Band kenn ich nicht!“

 

08.07.2015:

Den jovialen Spruch: „Ich dachte bevor ich’s bei Amazon bestell, frag ich doch mal beim lokalen Einzelhandel“ übersetz ich ab jetzt mal mit „Bei Amazon ist das sauteuer!“

 

22.10.2015:

Dann kam da noch der Typ, der mich nach einem Doppel-Album von James Brown mit 3 Platten gefragt hat. Und nein, meine Frage, ob er eine Doppel-CD, die drei Platten von James Brown enthält, meine, verneinte er, er suchte „so ein Doppel-Album mit drei Platten“

 

18.11.2015:

Das Telefon klingelt:

„Musikgarage, Dominik Engel hallo!“
„xxxxx, hallo, ich hab  hier eine Karte Deutschland gegen Niederlande und wollte mal fragen, ob Sie die verkauft haben?!“
„Nein, hab ich nicht, wie kommen sie da drauf“
„Ich weiß einfach nicht mehr, wo ich die her hab“
„Naja, das steht ja normal auf dem Ticket drauf!“
„Echt, wo steht das?“
„Nun, bei meinen Tickets steht das irgendwo links unten, unter der Veranstaltung“
Pause, dann wieder ich
„Na also so groß kann das Ticket doch nicht sein und so viel nicht drauf stehen, das müssen sie doch finden?!“
Wieder ne Pause, dann
„Ne, da steht nichts“
„Ja, vielleicht haben Sie das im Internet gekauft, dann müssen Sie sich halt an das Internetportal wenden, bei dem Sie das gekauft haben, aber das steht da normaler Weise auch drauf“
„Nee, ich hab das Ticket bei Sport eins gewonnen.“
Jetzt bin ich erst mal sprachlos, dann
„Das ist jetzt ein Scherz, oder?“
Pause
„Wenn Sie das gewonnen haben, dann gibt’s natürlich auch nichts zurück, was wollen Sie denn überhaupt zurück kriegen?“
Drüben ist immer noch Pause, aber ich komme in Fahrt
„Sie können ja bei Sport 1 anfragen, ob die ihnen die Telefonkosten oder was Sie da investiert haben zurückerstatten, aber wie kommen Sie denn da ausgerechnet auf mich, dass ich dieses Ticket verkauft haben könnte?“
„Naja, ich hab gedacht, man kann ja mal fragen“
„Oh Mann, ganz im Ernst, wollen Sie jetzt alle Vorverkaufsstellen der Republik abtelefonieren? Das Ticket erstattet ihnen keiner, wenn Sie das irgendwo gewonnen haben. Denken Sie mal nach, was ist denn das für eine Idee?“
Wieder Pause, dann
„Na ja gut, Danke!“
„Tschüß“

Und ja, ich geb‘ zu, ich sollte Mitleid mit ihm haben, da hat er so ein Ticket gewonnen und dann wird das Spiel kurzfristig abgesagt. Da würde ich auch kotzen. Aber die Aktion ist doch zu blöd!

 

30.12.2015:

Auszug aus einer morgendlichen Unterhaltung ca 10:40 Uhr

„Ich hab sie doch auch schon da draußen rumschreien hören und mich haben sie auch schon mal dumm angelabert“

Die „Kundin“: „Wissen se, die haben da ja alle einen an der Klatsche, mit denen muss man so reden, Das hat alles angefangen mit Koks und dann kam Speed und jetzt gibt’s das Crystal Meth, mit denen muss man so reden, die kapieren nichts mehr. Ich versteh die Leute auch nicht, ich nehm ja so einen Dreck nicht, ich hab mal studiert!“

„Na ja, Sie haben auch schon ’ne ganz schön harte Fahne, darum wär’s mir Recht, wenn Sie jetzt gehen würden!“

„Ich hab nur ein Weinchen getrunken“

„Blödsinn, sie haben schon was härteres drin, das riecht man bis hier“

„Ich hab nur zwei Weinchen getrunken“

„Ist mir auch egal, das stinkt nach hartem Sprit und wir sind hier eigentlich fertig“

„Das waren nur zwei Weinchen und zwei Bohnekamp“

Da steckt natürlich ein hartes Schicksal dahinter, aber ich bin halt auch kein Sozialarbeiter!

 

02.04.2016:

Was ein Tag!

Die ersten 6 Kunden:
– 3 Leute, die entweder nicht vernehmlich grüßen und/der die Hände nicht aus den Taschen nehmen (was mich zugegeben immer nervt)
– Frau K. die immer nur unanständige Witze erzählen will und meisten irgendwelchen Trash sucht, den ich natürlich nicht da habe.
– Ein Käufer (hurrah!)
– und jetzt die ältere Dame, die sich mit ihrem Wagen hier reinschleppt, um mich zu fragen: „Sagen Sie mal, hätten Sie Karten für den Zirkus in Mannheim gehabt?“ Ja, sie fragt wirklich, ob ich sie gehabt hätte und während ich sie fragend anschaue, erklärt sie.
„Auf dem Plakat steht ja nur 2. April, aber da steht ja gar keine Uhrzeit!“
Ich beginne, „Nun ich kann mal nachschauen, ob ich da noch Tickets im System habe“
da unterbricht sie mich und meint „Ich will da ja sowieso nicht hin, aber die müssen doch wenigstens auf das Plakat schreiben, um welche Uhrzeit das stattfindet! Das war nur eine rhetorische Frage!“
Da muss ich zugegeben schon lachen, sie nimmt das aber nicht übel und meint
„Es hätte ja sein können, dass Sie Karten haben“ bedankt sich und läuft im Rausgehen beinahe noch gegen die Tür

So, das war alles mehr oder weniger spaßig, aber ab jetzt dürfen bitte die Leute kommen, die sich für Musik interessieren……

 

09.05.2o16:
Der erste Kunde des Tages:

ein älterer Herr kommt rein, grüßt und meint:

„Ich hab da mal eine Frage“ (langjährige Leser können sich vorstellen, dass ich da bereits freundlich grinse)
„Ja bitte!“
Er steht jetzt vor meiner Theke
„Ich habe da zu Hause eine Landkarte und die löst sich so langsam auf“ Dazu macht er erklärende Gesten mit den Händen, während ich schon die Augenbrauen fragend hochziehe; „Da wollte och mal fragen, kann man da was machen, irgendwie neu binden oder mit Klebeband zusammenkleben oder sowas“
Ich habe die Augenbrauen immer noch ganz oben und frage:
„Entschuldigung, aber wie kommen sie eigentlich darauf, dass ich Ihnen da helfen kann?“
„Na ja, sie haben hier doch auch….“ er schaut sich um und gerät ins Stocken setzt dann aber trotzdem mit „Bücher“ fort.
„Wo habe ich denn hier Bücher?“
Er zeigt auf das Schallplattenregal, worauf ich ihm erkläre „Das sind Schallplatten und ich bin ein Musikgeschäft“
Darauf er ein wenig trotzig:
„Na ja, Sie haben hier ja auch so Sachen“ Dabei zeigt er auf die CDs und ich frage mich, ob das Alterstarrsinn ist, bevor er mit „Sie müssen mir auch nicht helfen“ fortsetzt
„Ich kann Ihnen da nicht helfen“ Das ist natürlich nicht ganz richtig; klar kann ich jedem mit seinen Alltagsproblemen helfen, wenn z.B. seine Landkarte sich auflöst und er zu blöd ist, mal ein Stück Tesa in die Hand zu nehmen, aber ganz ehrlich, wer bezahlt mich dafür und wann komme ich zu meiner Arbeit.

Er fragt noch „Gibt’s da nebenan sowas?“ und ich erkläre ihm, da ist ein Buchladen und ich muss bei Gelegenheit mal nachfragen, wie die mit solchen Leuten umgehen

 

 

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